Die Neue Rückenschule

Ein völlig neuer, ganzheitlicher Ansatz

„Locker und aktiv – der beste Weg zu Rückengesundheit“. So lautet eine Formel die im Zusammenhang mit der Modernen Rückenschule zu hören ist.

Um für die Hauptursachen von Rückenproblemen nachhaltige Lösungsansätze zu bieten, wurde ein ganzheitlicher, so genannter bio-psycho-sozialer Ansatz für die Neue Rückenschule entwickelt. Hauptursache sind nach Analyse der aktuellen wissenschaftlichen Studien psychische Faktoren wie Stress, Angst, Arbeitsunzufriedenheit und Depression sowie besondere körperliche Belastungen, z.B. latentes schweres Heben oder Schubbelastungen bei ungünstigen Arbeitshaltungen und -techniken.

Diese Erkenntnisse bildeten für die Fachgruppen der Verbände die Basis zur Entwicklung einer neuen, der so genannten „Neuen Rückenschule“. Die neuen Methoden zielen ab auf die Animierung der Teilnehmer zu regelmäßiger körperlicher Aktivität, dem Abbau von psychischen Überbelastungen und einer veränderten Einstellung zu Rückenschmerzen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Rückenschulkurse lernen zu erkennen, dass langfristige Rückengesundheit nur dann erreichbar ist, wenn diese drei Aspekte gemeinsam Beachtung finden. Dass für den neuen Ansatz die notwendigen Fachleute zur Verfügung stehen, stellt die von Grund auf neue Ausbildung der Rückenschullehrerinnen und Rückenschullehrer nach den Standards der KddR sicher.

Der Rücken soll bei Beschwerden nicht vorrangig geschont, sondern fortlaufend sanft weiter bewegt werden. Als überholt gilt die Unterscheidung in falsche und richtige Körperhaltungen. Zukünftig steht das vielfältige, dynamische Bewegungsverhalten im Vordergrund. Die gymnastischen Übungen werden nicht nur unter Aufsicht einer/eines Rückenschullehrers/in ausgeführt, sondern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in die Lage versetzt, die erlernten Übungen selbstständig im Beruf und in der Freizeit auszuführen.  Der gelegentliche Rückenschmerz wird nicht dramatisiert, sondern als ein wichtiges Warnsignal des Körpers wahrgenommen, auf das jeder hören sollte. Man lernt mit Rückenschmerzen angemessen umzugehen und achtet beim Bewegen nicht so sehr auf die andscheibenbelastungen, sondern viel mehr auf den ständigen Wechsel von Be- und Entlastung. Das individuelle Wohlbefinden verknüpft mit Freude und Spaß an der Bewegung nimmt dabei einen wichtigen Platz ein – es gilt eben „locker und aktiv“ mit der eigenen Rückengesundheit umzugehen.

Die neue Rückenschule will die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zu einem bewegten Lebensstil führen. Radfahren ist besser als Autofahren und Treppensteigen besser als den Fahrstuhl zu benutzen. Die tägliche Muskelpflege, bestehend aus Dehn-, Kräftigungs- und Koordinationsübungen, wird zur Normalität. Es müssen keine computergesteuerte Fitnessprogramme sein, mindestens so wertvoll für die Rückengesundheit sind regelmäßig ausgeübte Walking- oder Fitnesseinheiten mit Freunden oder Bekannten. Stress am Arbeitsplatz begegnet man am besten durch Entspannungsübungen aus dem Yoga oder dem Autogenen Training.  Das neue Konzept zeigt Möglichkeiten auf, wie individuelle physische und psychosoziale Gesundheitsressourcen besser genutzt werden können und nach Beendigung eines präventiven Rückenschulkurses weitere gesundheitsfördernde Aktivitäten gefunden und in den Alltag integriert werden können.